Als Joseph Beuys in den 1960er-Jahren die traditionellen künstlerischen Medien um Objekt, Installation, Performance und schließlich um seine politische Tätigkeit erweitert, erfährt auch seine zeichnerische Praxis eine entscheidende Verschiebung: Beuys verlegt das Zeichnen in die Öffentlichkeit. Das Zeichnen ist nicht mehr auf das Papier beschränkt und auch keine im Privaten verborgene Tätigkeit mehr. Die Wandtafel wird zum Zeichengrund des öffentlichen Redners und Pädagogen, der sich in unterschiedlichen szenischen Arrangements seinem Publikum zuwendet. Zeichnen, in Beuys’ Frühwerk eine intime und selbstbezogene Tätigkeit, wird in den 1960er-Jahren zu einem Mittel der Performance und verbindet sich dabei mit der Stimme des Künstlers. Zeichnung und Stimme sind die beiden Medien, in denen Beuys seine Subjektivität öffentlich macht.