Sowohl Lehrkräfte als auch Schulen unterscheiden sich stark in Umfang und Qualität der Implementation neuer Informations- und Kommunikationstechnologien in ihrem Unterricht. Die bisherige Forschung hat versucht, auf verschiedenen Ebenen des Schulsystems Bedingungen zu identifizieren, die für diese Unterschiede verantwortlich sind. Die vielschichtige Wirkungsweise organisationaler Faktoren wurde aber noch nicht hinreichend expliziert und analysiert.
In dieser Arbeit wird die IKT-Integration als komplexer Innovationsprozess verstanden, in dem neues Wissen produziert und angewendet werden muss und der eine Veränderung existierender pädagogischer Konzepte, Handlungsmuster und Wertehaltungen erfordert. Die Neuartigkeit und Unsicherheit dieses Prozesses erfordert von den Lehrkräften sowie der Gesamtorganisation Schule Innovationspotential und Veränderungsbereitschaft. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht deshalb die Frage, wodurch sich ein innovationsförderndes Klima bestimmt, wie es den IKT-Integrationsprozess unterstützt, und welche Rolle zentrale Akteure – als Promotoren der IKT-Integration – und die durch sie konstituierten sozialen Netzwerke für die Entstehung eines solchen Innovationsklimas spielen. Für die Untersuchung kam eine Kombination quantitativer und qualitativer Forschungsmethoden zum Einsatz. Die Zusammenhänge wurden struktur- und mehrebenenanalytisch überprüft.