Es ist eine radikale Entscheidung für eine völlig unbekannte Welt: Die Sehnsucht nach Glaubensfreiheit wird der Auslöser für die größte Gruppenmigration von Deutschen nach Australien. Unter verfolgten Lutheranern entsteht ab den 1830er Jahren eine beispiellose Auswanderungsbewegung aus dem überwiegend protestantischen Königreich Preußen. In der noch weitgehend unerforschten Kolonie South Australia finden sie als angeworbene Siedler unter der Leitung ihres Pastors August Kavel ein neues Vaterland. Neben Weinbau, Schützenfest und Bienenstich zeugen vor allem das lutherische Schul- und Kirchensystem Australiens noch heute von ihrem Aufbruch.


Johannes Boxdörfer zeichnet aus einer Außenperspektive heraus ein kritisches Porträt verschiedener Facetten jener Gemeinschaft. Migrationsmotive, Ideale und religiöse Identität charakterisieren ihre Ansprüche. Die Verflechtung unterschiedlicher Erwartungen und die Konflikte im Zusammenleben lassen aber auch die Brüche in der Wirklichkeit erkennen.