Angaben aus der Verlagsmeldung

Das SS-Ahnenerbe und die »Straßburger Schädelsammlung« – Fritz Bauers letzter Fall. / von Julien Reitzenstein


Der Anatom August Hirt ermordete im August 1943 im Konzentrationslager Natzweiler 86 Menschen. Deren Skelette wollte er in Straßburg in einem Museum ausstellen, um dessen Besuchern die von den Nationalsozialisten propagierte Minderwertigkeit der »jüdischen Rasse« zu demonstrieren. So schilderte es ein Zwangsarbeiter Hirts im Nürnberger Ärzteprozess. Seither gilt der 1945 verstorbene Hirt als Urheber und prospektiver Nutznießer dieses brutalen Verbrechens.

Als der Historiker Michael Kater dem Hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer Zweifel an Motiv und Täterkonstellationen vermittelte, begann der legendäre »Nazi-Jäger« zu ermitteln. Doch Bauer starb und keiner der Angeklagten musste in Haft.

Das Buch zeichnet auf Grundlage von – teilweise bisher unbekannten – Quellen den Verlauf des Verbrechens nach. Die Biographien und Motive der Täter, Beihelfer und Zeugen werden akribisch nachvollzogen. Der Verdacht, den Fritz Bauer in seinem letzten Fall hatte, wird erhärtet. Der Autor zeigt zudem anhand zahlreicher Quellen, dass das Motiv dieses unmenschlichen NS-Verbrechens noch viel zynischer und grausamer war als bisher bekannt. Er ermittelt weitere Täter sowie das tatsächliche Ziel des Verbrechens.