Mit ihren Gartenlaube-Romanen brachte E. Marlitt eine wahre Lawine an publizistisch-literarischen Wandlungen ins Rollen und prägte den bald boomenden Markt des Zeitschriften- und Populärromans auf Jahrzehnte. In dieser Arbeit geht es zunächst um den Kosmos Marlitt und im Hauptteil um die weitere Karriere ihres Erfolgsrezepts. Erstmalig werden in Detailstudien drei vielgelesene Autorinnen des Kaiserreichs und der Weimarer Republik systematisch behandelt. Wilhelmine Heimburg (1848-1912), Eufemia von Adlersfeld-Ballestrem (1854-1941) und Valeska Gräfin Bethusy-Huc (1849-1926) stehen jeweils für eine andere Variante der Rezeption des „Modells Marlitt“ in der Form des Fami-
lien-, des Kriminal- oder des trivialen Zeitromans. Die populären Romane, als eine weitere Quelle zur Kulturgeschichte bisher kaum genutzt, liefern Aufschlüsse über den Wertehimmel und die normativen Konflikte der Epoche. Die Studie leistet zugleich einen Beitrag zur Veröffentlichungspraxis in den publizistischen Organen des Kaiserreichs.