Angaben aus der Verlagsmeldung

Wenn bei uns ein Greis stirbt... : Reportagen / von Peter Faecke


Literarische Reportagen aus dem muslimischen Mali und dem christlich missionierten Namibia – aus der einst französischen Kolonie und dem früheren Deutsch Südwest, das als letztes Land Afrikas erst 1990 als Republik Namibia unabhängig wurde.

»Wenn bei uns ein Greis stirbt, dann verbrennt eine ganze Bibliothek« ist eines der bekanntesten Zitate des großen alten Mannes der Republik Mali, des Muslims Amadou Hampaté Bâ, der zunächst einfacher Schreiber unter der Kolonialverwaltung war und später zum bedeutendsten Schriftsteller und Sprecher seines Landes wurde. Er bereiste unermüdlich Mali und die angrenzenden Regionen, sammelte die bislang nur mündlich überlieferten Zeugnisse der Kultur, wertete sie aus und hielt sie schriftlich fest – um am Ende eines langen Lebens doch feststellen zu müssen, dass die Trockenheit der Sahelzone und die vorrückende Sahara, dass Bevölkerungsdruck, Schuldenlast, Migration und Krankheit bereits wieder viel von dem vernichteten, was er gerade geschaffen hatte.

Die Reportagen aus Namibia ziehen Bilanz aus den ersten Jahren der Unabhängigkeit, mit der eine Partei mit großer Mehrheit die ersten Wahlen gewann, die zuvor als sozialistische Untergrundbewegung gekämpft hatte. Und sie beschreiben die Reise zweier Schriftsteller quer durch das von vielen Völkern, darunter auch Deutschen und Deutschstämmigen besiedelte Land zu den Himbas im Norden, ein Stamm, der unweigerlich stirbt neben seinen Gräbern der Ahnen, dem Heiligen Feuer, dem sich auflösenden Sozialgefüge der einzelnen Clans. Ein Himba: »Die Kinder, die einmal das Neue gehört und erlebt haben, kehren mit dem Glauben zurück, dass ihre Eltern, die Alten, dumm und rückständig seien, ja einer der rückständigsten Stämme der Welt. Aber sie vergessen, dass ihre Eltern nur dank ihrer Weisheit das Leben eines Himba führen konnten.«