Angaben aus der Verlagsmeldung

Sinti und Roma im Gau Tirol-Vorarlberg / von Oliver Seifert


Die nationalsozialistische Verfolgung der Roma und Sinti stellt mit Sicherheit den Höhepunkt in der jahrhundertelangen Verfolgungsgeschichte dar, die im Europa des 15. Jahrhunderts ihren Anfang genommen hatte. Dabei zeigt sich, dass die NationalsozialistInnen auf einer ungebrochenen Tradition der "Zigeunerverfolgung" aufbauen konnten.
Unter der nationalsozialistischen Herrschaft radikalisierte sich die "herkömmliche Zigeunerpolitik" auch im Gau Tirol-Vorarlberg zusehends, ab Oktober 1939 durften rund 80 Männer, Frauen und Kinder ihre Zwangsaufenthaltsorte nicht mehr verlassen. Kriminalisierung, Arbeitszwang und Verbote bestimmten von nun an ihren Alltag. Diese anfangs als Provisorium gedachte, reichsweit umgesetzte Regelung dauerte bis zum April 1943 - ganz zum Ärger der regionalen Behörden, die bis dahin immer wieder eine kollektive Abschiebung der "Zigeuner" aus dem Gau erreichen wollten.
Zu diesem Zeitpunkt wurden als Folge des so genannten "Auschwitzerlasses" vom 16. Dezember 1942 auch die in Tirol-Vorarlberg zum Aufenthalt gezwungenen Roma und Sinti, abgesehen von wenigen Ausnahmen, von der örtlichen Gendarmerie verhaftet und von der Kriminalpolizei ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Nur wenige von ihnen überlebten.
Ein abschließendes Kapitel beleuchtet die Diskriminierung und Verfolgung der Roma und Sinti auch noch nach Kriegsende und belegt, dass keiner der in die NS-Verfolgungsmaßnahmen verstrickten Beamten jemals zur Rechenschaft gezogen worden ist.