Schon seit langem wollte ich eine Geschichte schreiben, oder vielmehr eine Reihe von Geschichten zusammenfassen - unter dem Titel »WPP«: Wölfe, Partisanen und Prostituierte. Die drei haben viel gemeinsam.
Nicht nur standen oder stehen sie außerhalb des Gesetzes, sie lösten einander auch quasi ab: So wurden z.B. die einstigen Wolfspfade in den riesigen Wäldern Osteuropas erst von Partisanen benutzt und nun von Schlepperbanden, die vor allem junge Frauen über die Grenzen schmuggelten, damit sie hernach im Westen als Prostituierte arbeiteten. In vielen Ländern, vor allem in Afrika, waren die Bordelle zudem Hauptstützpunkte der "Rebellen". Die alten Partisanen und die neuen Prostituierten haben darüber hinaus noch dies gemeinsam, dass sie stets unter falschen Namen agieren - und zwar vorwiegend Nachts. Letzteres gilt auch für die Wölfe, die nun - wenigstens hierzulande - ganzjährig geschont sind. Was dem übersinnlichen New Age der Achtzigerjahre der Delphin, ist in der darwinistischen New Economy seit den Neunzigerjahren der Wolf: eine Art Totemtier oder natürliches Vorbild. Im Gegensatz zum Partisan, der nun kein gefeierter Volksbefreier mehr ist, sondern ein schrecklicher Terrorist. Während die Prostituierten sich umgekehrt plötzlich großer gesetzgeberischer Freundlichkeit ausgesetzt sehen - wobei die Notwendigkeit sich zu prostituieren in der Dienstleistungsgesellschaft überhaupt epidemisch wird. Trotz oder gerade wegen all der Partisanenvernichtungskommandos in den Armeen und Medien vermehren sich die Terroristen ebenso wie die Wölfe und Prostituierten in den deregulierten Volkswirtschaften weltweit - wie blöd.