Hans Sachs greift in seinen Werken eine Vielzahl von weltlichen literarischen Stoffen und Motiven des 12. bis 14. Jahrhunderts auf. Die vorliegende Arbeit widmet sich den Rezeptionsstrategien von Sachs, der einem gewandelten Verstehenshorizont seines städtischen Publikums Rechnung trägt und dabei gleichzeitig eigene dichterische Konzeptionen verfolgt. Deutlich wird dabei der manchmal zufällige, oft aber auch bewusste und vielfach sogar selbstbewusste Umgang des Dichters mit seinen Vorlagen. Hans Sachs trägt auf diese Weise dazu bei, dass sich die Literatur des 16. Jahrhunderts allmählich von traditionellen Paradigmen lösen kann und an Eigenständigkeit gewinnt.