Angaben aus der Verlagsmeldung

Die Chronik Bruder Göbels : Aufzeichnungen eines Laienbruders aus dem Kloster Böddeken 1502 bis 1543


Vorwort 7

Einleitung 9
Kurzer Abriß eines langen Lebens 9
Göbels Werke 16
Abgabenregister und „Chronik“ 16
Die „Acta Colonie et Rome“ 22
Das „Kleine Rechnungsbuch“ 23
Das Ablassbuch 24
Varia 26
Der Weg der Chronik: Von Böddeken nach Paderborn und Trier 26
Ältere Teileditionen der Cronik und Pläne zu einer Gesamtedition 30
Die Codices 34
Die äussere Form 34
Die Lagen 36
Foliierung und Paginierung 38
Zusätze von späteren Händen 41
Editionsgrundsätze 42
Zur Auswahl der Texte und ihrer Gliederung 42
Zur Textgestaltung 44

Die Chronik Bruder Göbels 51

1502 51
1503 66
1504 70
1505 73
1506 80
1507 84
1508 87
1509 89
1510 92
1511 95
1512 101
1513 110
1514 122
1515 130
1516 138
1517 143
1518 151
1519 157
1520 165
1521 173
1522 187
1523 198
1524 214
1525 228
1526 245
1527 263
1528 283
1529 302
1530 319
1531 348
1532 372
Eine Fortsetzung von Göbels Bericht über den Paderborner Aufstand von 1532? 390
1533-1540: Verstreute Nachrichten über Bruder Göbel 404
1541 406
1542 436
1543 458

Itinerarium Bruder Göbels (1515-1517) 464

Faksimiles 466

Glossar 478

Abkürzungen und Siglen 493

Quellen- und Literaturverzeichnis 494
Ungedruckte Quellen 494
Gedruckte Quellen 495
Literatur 499

Personen- und Ortsregister 512
Verzeichnis der Böddeker Prioren, Subprioren und Prokuratoren 538
Themen- und Sachregister 539

Karte: In Göbels Chronik häufiger genannte Orte.

Die facettenreichen Aufzeichnungen des Laienbruders Göbel († 1543 ) aus dem Kloster Böddeken nehmen unter den westfälischen Chroniken des 16. Jahrhunderts eine besondere Stellung ein. Göbels Blick reicht weiter als der vieler seiner Zeitgenossen. Der Laienbruder berichtet über sein Kloster, die bäuerliche und bürgerliche Welt in Westfalen sowie über wichtige Ereignisse im Reich und in Europa. Göbel begreift seine Gegenwart als eine Epoche stürmischer Veränderungen, in der die alten Ordnungen zerbrechen. Wie der Laienbruder diese Umbrüche angst- und zugleich hoffnungsvoll erlebt, wie er sie sprachlich engagiert und zugleich distanziert bewältigt, das macht den besonderen Reiz dieser Chronik aus.

Das Reformationszeitalter mit seinen radikalen Umbrüchen und stürmischen Veränderungen ist in jeder Hinsicht die Wiege der Moderne. Gleichwohl sehen wir die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts oftmals wie einen fernen Spiegel. Obgleich die Macht-, Rechts- und Religionsverhältnisse jener Jahre heute weithin erforscht sind, wissen wir noch immer viel zu wenig über das Alltagsleben der Menschen und ihre Wahrnehmung der Welt. Um so mehr sind die jetzt vorgelegten Aufzeichnungen eines umtriebigen Laienbruders zu begrüssen, der mehr als 40 Jahre lang vom ostwestfälischen Kloster Böddeken aus die Welt bereiste und seine Beobachtungen in einem prachtvollen Niederdeutsch zu Papier brachte. Da reimt der„leve broder Gobel“ etwa: „Nu far hen du kleynne breiff /unde grote my myn leveste leiff, unde grote se nu rechte ser, gelick ick de bode solven wer.“ Die seit fast 200 Jahren geplante Edition ist jetzt endlich in sehr lesbarer Weise realisiert worden. Man greife zu!
Volker Jakob (Westfalenspiegel, Heft 1, 2006)