Angaben aus der Verlagsmeldung

Black Paris : Kunst und Geschichte einer schwarzen Diaspora


Paris, die Kapitale des einstigen französischen Kolonialreichs, ist inzwischen selbst zur größten afrikanischen Enklave Europas geworden. Etwa jeder fünfte Einwohner des an die 12 Millionen Menschen zählenden Pariser Großraums hat afrikanische, karibische oder afroamerikanische Wurzeln. Am Beispiel von Paris lassen sich – räumlich und zeitlich verdichtet – all jene kulturellen und künstlerischen Prozesse der Interaktion und Métissage veranschaulichen, die für die Beziehungen zwischen Nord und Süd - zwischen Europa und Afrika, aber auch Afroamerika und der Karibik - konstitutiv sind. Das Buch schlägt einen Bogen von der kolonialen Ausbeutung und der Entdeckung der „art nègre“ zu Beginn des 20 Jhds., über den Surrealismus, den Jazz und die Négrophilie der Zwischenkriegszeit, über das von Aimé Césaire und Léopold S. Senghor initiierte Projekt der Négritude, die Migrantenströme der 1960er und 1970er Jahre und die von ihnen geprägten Viertel, bis hin zu all jenen Diaspora-Initiativen, Geschäften, Verlagen und Agenturen, dank derer Paris zu Beginn des 21. Jahrhunderts zum unangefochtenen (Welt-)Zentrum der afrikanischen Mode, Musik, Kunst und Literatur avancierte. Das Buch erscheint als Begleitpublikation zur gleichnamigen Tourneeausstellung des Iwalewa-Hauses in Bayreuth und des Museums der Weltkulturen in Frankfurt, gefördert von der Kulturstiftung des Bundes in Halle.

Mit Beiträgen von:
Irene Albers, Jean-Loup Amselle, Max Annas, Michèle Atchede, Remy Bazenguissa-Ganga, Jody Blake, Benetta Jules-Rosette, Yacouba Konaté, Hanna Kiefer, Eva Kimminich, Sabine Kläger, Liliane Kuczynski, Theresa Leininger-Miller, Hélène Leray, Bettina von Lintig, Sylvere Mbondobari, Hassan Musa, Kerstin Pinther, Janos Riesz, Iris Schmeisser, Anna Schrade, Joachim Schulz, Katharina Städtler, Olivier Sultan, Tobias Wendl u.a. Tobias Wendl, Kulturanthropologe und Dokumentarfilmer, arbeitete und lehrte an den Universitäten von München, Paris, Köln und Frankfurt. Seit 2001 Direktor des Iwalewa-Hauses der Universität Bayreuth. Im Peter Hammer Verlag erschienen: ‚Afrikanische Reklamekunst’ (2002) und ‚Africa Screams – Das Böse in Kino, Kunst und Kult’ (2004). Bettina von Lintig, studierte Philosophie und Ethnologie in München. Freiberufliche Journalistin, Forschungsaufenthalte in Kamerun, Frankreich und Senegal. Seit 2003 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Iwalewa-Haus der Universität Bayreuth. Autorin von ‚Die Bildende Kunst der Bangwa – Werstatt-Traditionen und Künstlerhandschriften’, München 1994.