Angaben aus der Verlagsmeldung

Kunst im Auftrag : Boris Ignatowitsch. Fotografien 1927 bis 1946


Das Museum Berlin-Karlshorst setzt mit den Arbeiten von Boris Ignatowitsch seine 1998 begonnene Ausstellungs- und Publikationsreihe über sowjetische Kriegsfotografen fort.
Boris Ignatowitsch gilt neben Alexander Rodtschenko und El Lissitzky als Wegbereiter des sowjetischen »fotografischen Konstruktivismus«. Er gehörte zu jenen Künstlern, die sich aktiv beim Aufbau der neuen sozialistischen Gesellschaft einbringen wollten. Wie kaum ein anderer hat Ignatowitsch die sowjetische Reportagefotografie thematisch und stilistisch geprägt. Er hat die Grenze zwischen Fotojournalismus und Fotokunst verschoben bzw. verwischt, etwa durch seine Fotoserien über industrielle Projekte, die als journalistische Auftragsarbeiten zugleich das Werk eines formgebenden Fotokünstlers zeigen. Die Qualität seiner fotografischen Arbeiten - ob im »fremden« Zeitungs- oder Armeeauftrag oder als selbst gestellte Aufgabe - zeugt von einer enormen künstlerischen Ausdruckskraft, deren Wirkung bis heute andauert.
Eine zweisprachige Publikation in deutsch und russisch

Boris Ignatowitsch
1899-1976; seit 1918 Journalist, 1919 Eintritt in die KPdSU; Redakteur der Moskauer Bergarbeiterzeitung Gornjaks. Tätigkeit für Leningrader Zeitschriften, 1925-27 Stellvertretender Redakteur der Zeitschrift Arbeitswoche, 1927-30 Fotoredakteur der Zeitung Bednota, eigene Fotoreportagen über das Landleben; als einer der ersten begann er mit der deutschen Kleinbildkamera Leica zu fotografieren, ab 1930 Arbeit bei der Sowjetischen Kinochronik als Kameramann, 1936-37 Fotoreporter für die Komsomolskaja Prawda, 1937-41 Fotoreporter bei Moskauer Zeitschriften, 1941-43 Fotokorrespondent der Armeezeitung Kampfbanner, 1943-44 Einsatz durch das Studio der Militärkünstler an der Westfront, porträtierte Marschall Shukow während der Kapitulation 1945; 1945-50 Fotokünstler am Grekow-Studio, danach fotografisch-künstlerische Tätigkeit für mehrere Redaktionen und Verlage.