Angaben aus der Verlagsmeldung

Leben nach dem "Prinzip Links" : Erinnerungen aus fünf Jahrzehnten / von Hermann Weber, Gerda Weber


Hermann Weber, Nestor der bundesdeutschen DDR-Forschung, kann auf ein höchst bewegtes Leben zurückschauen. Nach einer illegalen Schulung an der SED-Parteihochschule 1947 bis 1949, wo er seine Frau kennen lernte, ging er zurück nach Westdeutschland, um für die FDJ tätig zu werden, während Gerda dort die Frauenorganisation DFD leitete. 1953 wurden beide verhaftet, in einem Moment, als sie gerade dabei waren, sich vom Stalinismus zu trennen.
Was geschah nach dem Bruch mit dem Partei-Kommunismus? Wie sah die linke Bewegung der Bundesrepublik vor 1968 aus? Auf welchem Wege wurde aus dem Knasthäftling und »Staatsfeind« schließlich ein ordentlicher Professor mit internationaler Reputation? Wie konnte es ihm mit anderen gelingen, nach 1990 die Archive der Parteien und Massenorganisationen der DDR für die Forschung zu retten?
Anhand persönlicher Erfahrungen und der Begegnung mit vielen prominenten Zeitgenossen schildern Hermann und Gerda Weber ihren durchaus untypischen Lebensweg, der ein halbes Jahrhundert deutscher Geschichte umfasst. Behandelt werden dabei die Einflussversuche der DDR auf die Bundesrepublik und die Situation der »heimatlosen Linken« genauso wie die Suche nach einem »dritten Weg« zwischen Stalinismus und Kapitalismus, die Auseinandersetzungen mit DDR-Historikern und die Veränderungen seit der deutschen Einheit.
Deutlich wird dabei, was Mut und Wahrheit vermögen, wie wichtig Freundschaft und Solidarität sein können, und dass es sich lohnt, stets einen kritischen Blick zu bewahren und den aufrechten Gang zu versuchen.