Schein oder Sein? Wahn oder Wirklichkeit? In Håkan Nessers Erzählungen ist nichts, wie es auf den ersten Blick scheint. Da werden die falschen Männer aus den falschen Motiven umgebracht, stehen mutmaßliche Mörder unter irrtümlichem Verdacht, nimmt die Eifersucht pathologische Züge an, wird ein unseliges Verbrechen nach Jahrzehnten überraschend geklärt. Ende gut, alles gut? Nicht, wenn man Doktor Klimke folgen will. Seine Sicht der Dinge ist ein wenig komplizierter. Nessers Geschichten handeln von Menschen, die von den unvorhersehbaren Kapriolen des Daseins betroffen sind: Der Sprachlehrer, der die handgeschriebene Notiz einer Frau bekommt, die eigentlich seit über dreißig Jahren tot ist; der Schriftsteller, der nach Venedig reist, in die Stadt des Todes und der Seufzer, und in die Selbstmordpläne eines Liebespaares verwickelt wird und schließlich eine fatale Entscheidung trifft. Wer will schon richten über ihn? Aus Doktor Klimkes Perspektiven sind die Unwägbarkeiten des Lebens nur eine Frage der Perspektive. Wer mordet, sündigt manchmal nicht. Doch die Folgen muss er schließlich trotzdem tragen …