Angaben aus der Verlagsmeldung

"Mit dem Talent der Augen". Der Kunstkritiker Emil Heilbut (1861-1921) - Ein Streiter für die moderne Kunst im Deutschen Kaiserreich / von Sabine Schlenker


In der vorliegenden Publikation werden der Kunstkritiker und Kunstvermittler Emil Heilbut (1861-1921) und seine gesammelten Schriften erstmals eingehend beleuchtet und in den Kontext der zeitgenössischen Kunstkritik gestellt. Heilbut war ein leidenschaftlicher Kunstliebhaber, der sich ganz seiner Liebe hingab und der Kunst in mehrfacher Form diente: als Kritiker, Händler, Vermittler und Sammler. Der in Hamburg geborene Heilbut hat mit seinem vielseitigen Schaffen wesentlich dazu beigetragen, die moderne Kunst im Deutschen Kaiserreich zu etablieren. Mit heute noch so namhaften Kritikern der frühen Moderne wie Julius Meier-Graefe, Richard Muther oder Cornelius Gurlitt ist er deshalb zu den Ersten zu zählen, die sich für die damals neuen Kunstströmungen vehement eingesetzt und moderne Künstler wie Max Liebermann verteidigt haben. Gleichzeitig beschäftigte sich der Kosmopolit nicht nur mit der deutschen, sondern auch intensiv mit der französischen, skandinavischen und englischen Kunst, über die er in zahlreichen Zeitschriften und Zeitungen am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts Artikel veröffentlichte. Heilbut, der bislang vor allem als Chefredakteur der namhaften Zeitschrift “Kunst und Künstler” Erwähnung fand, war durch sein Engagement maßgeblich an der erfolgreichen Durchsetzung der heute als modern verstandenen Kunst beteiligt. Die Studie verdeutlicht, dass dem um 1900 sehr bekannten Kritiker ein ebenbürtiger Platz neben bereits gewürdigten Persönlichkeiten wie Meier-Graefe, Gurlitt oder Karl Scheffler zusteht.