Der Theaterroman ist ein fast vergessenes literarisches Genre des 19. Jahrhunderts. Meist von trivialer Natur erzählt er von der Welt des Theaters und ihrer Angehörigen, von ihrem Leben und ihren großen Erfolgen oder schmählichen Misserfolgen an den Bühnen der Wander-, Hof- und Stadttheater. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich auf der Grundlage von über achtzig Romanen mit der Frage, welches Bild von Theater in dieser Gattung entwickelt wird und inwieweit sich dabei Parallelen oder Abweichungen zu dem der Theatergeschichtsschreibung abzeichnen. Nach einer Einführung in die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte dieses Genres wird die Darstellung des Theaterwesens in den Theaterromanen anhand von vier Kategorien - Theaterunternehmen, -publikum, -schaffende und -praxis - untersucht und der Theatergeschichte gegenübergestellt. Das Theater in den Theaterromanen des 19. Jahrhunderts erweist sich als fremde Welt mit eigenen Regeln und Normen, die nicht mit der bürgerlichen Welt in dieser Zeit vergleichbar ist.