Angaben aus der Verlagsmeldung

Handstreiche / von Volker Braun



Über welche Möglichkeiten verfügt unter den gegenwärtigen Bedingungen ein Schriftsteller für das Eingreifen in den Lauf der Dinge? Was kann ein Zeitgenosse wie Volker Braun anstellen, der seinen reflektierenden Materialismus mit Freiheit verbindet und die Utopien gelingender Gleichheit und Solidarität aufrechthält, wissend um deren Bedrohung und Unerreichbarkeit. Ein mit allen Wassern der literarischen Traditionen vertrauter Volker Braun bedient sich der bewährten Prosaformen, um diesem Zweck näherzukommen: Aphorismen, Dialogfetzen, Zitaten. In seiner Werkstatt entstehen Träume, Rätselhaftes, eigensinnige Wahrheiten, Beobachtungen zum schreibenden und fühlenden Ich und zur Welt.



Solche handstreichartigen Überfälle auf das schlechte Bestehende sind nicht allein besorgt und kämpferisch,  melancholisch und heiter – sie stammen, und darin besteht das Einzigartige des eingreifenden Intellektuellen Volker Braun, aus der Schelmenperspektive: Er gibt ein Einverständnis mit dem Ablaufenden vor, die ironische Umkehrung erzeugt Lachen und verhindert Verzweiflung, der Schelm gründet sein Denken und Handeln auf den plebejischen Umgang mit den Dingen, ungehobelte Einsprüche, Angriffe und Verteidigungen, Burlesken, Handgriffe, Fingerzeige, Rippenstöße.