Angaben aus der Verlagsmeldung

»Mein Täubchen aus dem Felsenspalt ...« Becoming visible. Jüdisches Leben in Deutschland seit 1990 : Die Achte Joseph Carlebach-Konferenz


Seit der Ersten Carlebach-Konferenz im Jahre 1992 wendet sich nun eine Konferenz zum ersten Mal der unmittelbaren Gegenwart zu. Und zum ersten Mal ist der Schwerpunkt der Konferenz auf Deutschland konzentriert, sodass spannungsreiche Zusammenhänge einen Subtext bildeten. Der Aufbau jüdischen Lebens in Deutschland ist nicht nur in seiner Lebendigkeit »visible«, sondern auch mit Spannungen, Kontroversen und Widersprüchen fast elektrisch geladen.
In diesem Konferenzband geht es um Fragestellungen in den Disziplinen Ethnologie, Soziologie, Religions- und Erziehungswissenschaft, die unter der These behandelt werden, dass das Jahr 1990 eine Zäsur in den Umständen und der Wahrnehmung jüdischen Lebens in Deutschland bildet. Mehrere Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg hat ein Generationswechsel in den jüdischen Gemeinden stattgefunden. Einen Einschnitt für die jüdische Gegenwart in Deutschland brachte vor allem die Zuwanderung von jüdischen Familien aus Osteuropa. Die Zahl der Gemeindemitglieder stieg von etwa 30.000 auf über 100.000. Deutschland ist das drittgrößte Zielland für jüdische Migranten aus Osteuropa. Mit dem Strom an Zuwanderern stellten sich neue Aufgaben für die Integrationskraft sowohl der deutschen Gesellschaft als auch der jüdischen Gemeinden.