Die Grabinschrift für Benno Jacob (1862–1945) beschreibt gut seine Lebensleistung: „Zu leben und zu lehren, zu kämpfen und zu helfen“. Die Bibel ist die erste und bleibende Liebe von Rabbiner Benno Jacob. Der gebürtige Schlesier, der in der Emigration in London stirbt, zählt zu den bedeutendsten jüdischen Bibelkommentatoren des 20. Jahrhunderts. Als solcher steht er in einer lebendigen Auseinandersetzung mit der Methodik der christlichen Bibelkritik. Sein Ziel ist es, die „Tora zum Glänzen zu bringen“. Aus seinem umfangreichen exegetischen Œuvre sind heute vor allem seine Kommentare zu den beiden ersten Büchern der Tora, Genesis und Exodus, bekannt.
Der Gelehrte und Gemeinderabbiner in Göttingen und Dortmund steht aber auch mitten im Leben und stellt sich den Herausforderungen seiner Zeit. Als deutscher Patriot und Kämpfer gegen den Antisemitismus macht sich Jacob einen Namen; er ist Mitbegründer der ersten schlagenden jüdischen Studentenverbindung in Breslau und Fürsprecher der Integration der sogenannten Ostjuden.