Angaben aus der Verlagsmeldung

Eugen Herman-Friede erzählt aus seinem Leben : "Ich war kein Widerstandskämpfer. Mir hat es Spaß gemacht, etwas gegen die Nazis zu tun" / von Eugen Herman-Friede


Das siebte Porträt der „Edition Zeugen einer Zeit“ ist Eugen Herman-Friede gewidmet, der als Sohn jüdischer Eltern 1926 in Berlin geboren wird. Um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen, taucht er im Januar 1943 unter. Immer wieder in Berliner Mundart verfallend und mit dem dazugehörigen Humor erzählt er aus seinem Leben und über die Zeit im Untergrund. Mit der Abenteuerlust eines 17-Jährigen ist er bei Gründung und Aktionen der Widerstandsgruppe „Gemeinschaft für Frieden und Aufbau“ dabei. einer ungewöhnlichen Gruppe mit etwa 40 Mitgliedern, die aus Juden und Nichtjuden, Kommunisten und NSDAP-Mitgliedern besteht. Die Gruppe wird entdeckt und er und seine Eltern werden im Dezember 1944 verhaftet. Bis zu seiner Freilassung im April 1945 durchläuft er Polizeigefängnisse und Gestapo-Keller. Danach tritt er der KPD bei, bis er in der SBZ erneut verhaftet und ohne Begründung einige Monate inhaftiert wird.
1948 geht er mit seiner Frau zunächst nach West-Berlin, 1952 nach Kanada. 1956 kommen sie zurück nach Deutschland und er beginnt seine Karriere in der Textilindustrie. 1970 ergreift er ein Angebot, ins Investmentgeschäft einzusteigen, und erlebt hautnah einen der ersten Finanzskandale der BRD. In den 1980ern veranlasst ihn die Begegnung mit alten Nazianhängern, über seine Zeit im Widerstand zu schreiben, unter anderem erscheint das Buch „Abgetaucht – als U-Boot im Widerstand“.

Die „Edition Zeugen einer Zeit“ präsentiert Porträts von Menschen, die die Zeit des Nationalsozialismus und die Schoah überlebt haben. Die Erzählenden nehmen uns mit in ihr gesamtes Leben und ihre individuellen Erinnerungen.
Wie haben sie ihre Kindheit und Jugend verlebt, welche Vorstellungen hatten sie von ihrer Zukunft? Wie haben sie die Zeit der Ausgrenzung und der Verfolgung erlebt und welche Auswirkungen hatte diese auf ihr Leben nach 1945? Wie blicken sie heute auf ihr Leben zurück?
Erinnerungen vermitteln sich über die Sprache. Und die Authentizität der Stimmen gewährt einen sehr persönlichen Zugang zu den Erzählenden und ihren Lebensgeschichten, in denen sich auch die letzten Jahrzehnte deutscher Geschichte widerspiegeln.
Bisher haben in der „Edition Zeugen einer Zeit“ aus ihrem Leben erzählt: Arno Lustiger, Trude Simonsohn, Edgar Hilsenrath, Henny Brenner, Rolf von Sydwo, Salomea Genin.