Angaben aus der Verlagsmeldung

Großuhr-Schlagwerke in der Reparatur / von Gustav Adolf Krumm, James


Mit der Wiederveröffentlichung einiger Bücher und Aufsätze zum Thema „Schlagwerke“ soll versucht werden, eine schmerzlich empfundene Lücke in der Fachliteratur zu schließen. Denn diesem Gebiet wurde in der Vergangenheit und wird in der gegenwärtigen literarischen Bearbeitung zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dem an alten Uhren tätigen Fachmann, dem interessierten Laien, aber auch dem wissenschaftlich arbeitenden Historiker soll hier praktizierte Schlagwerkstechnik an Großuhren wieder an die Hand geben werden.


Nach einem kurzen Aufriss ältester Schlagwerke wird im ersten Teil der vorliegenden Reprintausgabe die deutsche Übersetzung einer um 1900 veöffentlichten Abhandlung des an der Genfer Uhrmacherschule tätigen Gewerbelehrers Emile James mit dem Obertitel „Schlagwerke und Repetitionen“ wiedergegeben. Diese Arbeit wurde vom Autor geschickt in einen mit praktischen Hinweisen versehenen ersten Teil, der sowohl Groß- als auch Kleinuhren (letzterer ist in diesem Buch weggelassen und befindet sich in dem Buch „Komplizierte Taschenuhren in der Reparatur“, ISBN 978-3-941539-30-3) betrifft, und einen theoretischen zweiten Teil untergliedert, der die Materie mittels vieler Beispiele gut illustriert darbietet. Mit präzisen Erklärungen führt der Autor durch eine Vielzahl von Schlagwerksmechanismen für Großuhren.


Dabei erfahren auch seltener anzutreffende Großuhr-Schlagwerke eine Beschreibung und Darstellung. So gelingt es dem Autor, mit einer geschickten Auswahl bestimmter Schlagwerkstypen (Schlossscheiben- und Rechenschlagwerke) dem Leser die Übertragbarkeit bestimmter mechanischer Abläufe auf andere, nicht näher beschriebene und dargestellte Schlagwerkstypen zu vermitteln. Im zweiten Teil seiner Monographie behandelt James die Zergliederung der einzelnen Funktionsteile, deren Konstruktionsmerkmale und mathematischen Berechnungen.


Im Jahre 1935 erschien von Gustav-Adolf Krumm das Buch „Großuhr-Schlagwerke“ nebst einem Anhang „Schlagwerksmelodien“ von Jakob Baltzer. Die zwischen dem Erscheinen der Arbeiten vergangene Zeit lässt sich anhand der zur Veranschaulichung dargebotenen Schlagwerksmechanismen ablesen. Durch die nach 1900 noch verstärkter einsetzende Massenproduktion kam auch die Uhrenindustrie zu immer aufwändigeren Ausführungen der Großuhrschlagwerke in ihren Erzeugnissen.


Krumm wollte mit seiner Schrift keine allgemeine Schlagwerkslehre vorlegen, sondern dem Fachmann ein Nachschlagewerk zur Verfügung stellen, das ihn befähigen sollte, an der zum Teil recht komplizierten Funktionsweise der sogenannten Gong- Schlagwerke mit Hammerwerken, die in den 20er und 30er Jahren unseres Jahrhunderts in relativ hohen Mengen hergestellt wurden, ordnungsgemäße Arbeiten ausführen zu können. Dabei hatte der Autor markante Bauformen ausgesucht, welche sich aber auch vom Fachmann auf nicht beschriebene und abgebildete Schlagwerksysteme mit einiger Überlegung übertragen ließen. An einigen Stellen innerhalb des Textes verweist Krumm direkt auf eventuelle Parallelen oder Übereinstimmungen zu anders bezeichneten Schlagwerksystemen oder Erzeugnissen anderer Hersteller.


Im ersten Abschnitt seines Werkes werden ganz allgemein nützliche Hinweise und Methoden für Arbeiten an Großuhr-Schlagwerken genannt. Einfache Halb- und Dreiviertelstunden-Schlagwerke mit Rechen bekannter Firmen finden im zweiten Abschnitt eine ausführliche Erklärung. Dabei werden jeweils der Aufbau, die Wirkungsweise und deren richtige Montage eingehend beschrieben.
Eine jeweils dazugestellte Darstellung – sowohl die eines Aufrisses als auch der Kadratur vorgestellter Schlagwerke – runden die Aussage vorzüglich ab.
Auch die Vorstellung der komplizierten Schlagwerksysteme in Großuhren im dritten Abschnitt ist gelungen. Umfassend sind sie mit ihren Steuerungsmöglichkeiten und einzelnen Funktionsteilen dargestellt.
Im Anhang dieses Buches erfolgt eine Zusammenstellung gebräuchlicher Schlagwerksmelodien von Jakob Baltzer. Dabei wurden von diesem Autor neben jeweils angeführten Notenbeispielen heute noch interessante und nicht so bekannte historische Zusammenhänge und Daten über Entstehung und Herkunft der Melodien angegeben.
Weiter geht es mit einer Publikationen wieder von G.-A. Krumm. Er berechnet hier erstmalig die Kräfte in einem Schlagwerk. Diese Berechnungen geben trotz einiger physikalischer Mängel einen guten Einblick in die „Schlagwerks-Kraftverhältnisse“.
In einer Zeitschriftenserie in den 1950 Jahren bearbeitet dann Krumm noch einmal die Schlagwerke, einschließlich der Melodie-Schlagwerke. Auch wenn sich hier einiges wiederholt, festigen seine Ausführungen doch das Wissen um die Melodie- und Schlagwerke.


Danach folgen noch einige kurze Artikel zu den Schlagwerken von verschiedenen Autoren, die diese Zusammenstellung abrunden.

Eine beigelegte CD (ca. 650 MB) enthält noch weitere ungezählte Zeitschriftenartikel (Allgemeines Journal der Uhrmacherkunst, Die Uhr, Deutsche Uhrmacherzeitung, Österreichisch-Ungarische Uhrmacherzeitung) über Schlagwerke, Animationen und Schulungsmaterial und nicht zu vergessen einen interessanten Artikel von Wolfgang Lympius: „Die Schlagwerkskadratur mit springender Auslösung“. Alle Artikel der CD sind textmäßig nach Maßgabe der Qualität des Originals durchsuchbar.


Alles in allem liegt damit eine noch nie dagewesene Stoffsammlung zum Thema Schlagwerke vor.
Hinweis: In diesem Buch finden Sie zwei Paginierungen. Eine bezieht sich auf den jeweiligen Artikel, die andere durchgehende, oben stehende auf das komplette Buch und ist damit auch im Inhaltsverzeichnis wiederzufinden. Ein Stichwortverzeichnis am Ende des Buches soll helfen, die einzelnen Schlagwerkstypen schnell aufzufinden. Die dort angegebenen Seitenzahlen beziehen sich dann auf die Gesamtbuch-Pagierung.