Angaben aus der Verlagsmeldung

Hjalmar Schacht : Präsident der Reichsbank zwischen zwei Weltkriegen / von Arie van der Hek


Wie der Untertitel schon sagt. Hier aber etwas ausführlicher: Das Ende der Hyperinflation, einmal entstanden unter den französisch-belgischen Besetzung des Ruhrgebietes und dem Rheinländischen Separatismus unter der Leitung von Konrad Adenauer und unterstützt von Frankreich. Die deutsche Regierung hat den Widerstand dagegen organisiert und mit viel Geld unterstützt, was noch mehr Geldschöpfung von der Reichsbank bedeutete. Das war die wichtigste Ursache der Hyperinflation. Zum Separatismus gehörte die französische und rheinländische Ambition und Initiatieven, eine eigene Notenbank zu stiften, die separat von der Reichsbank sein sollte. Das alles bedeutete Obstruktion der deutschen Versuche, das Geldwesen zu sanieren, um so die Hyperinflation zu beenden. Das alles geschah im Jahre 1923-1924. Unter Druck der Vereinigten Staten und Großbritannien wurde der Separatismus beendet. Die Reichsregierung und Schacht waren imstande, die Hyperinflation durch eine radikale Währungsreform zu beenden. Dazu benutzte Schacht ein schon bestehendes Zahlungsmittel, die Roggenmark, die als Rentemark einer festen Bindung mit dem Dollar bekam. Die Marken wurden von Rentenmarken ersetzt, wobei ein Kurs der Mark gegen die Rentemark nötig war. Das heißt, dass die notierung der Mark an der Börse gegen den Dollar gleichzeitig eine Wechselkurs gegen die Rentemark ergab. Die Ersetzung ging so weit bis eine stabile Wechselkurs mit dem Dollar entstand. In 1924 wurde eine neue Regelung der Reparationen von den Allierten getroffen. Dazu bekam das Reich eine neue Währungsordnung, die von den Allierten in Übereinstimmung mit der Reichsregierung festgestellt wurde. Die Währungsordnung war ein Wechselkurssystem, gegründet auf festen Goldpreisen. Auf diese Weise war die Reichsmark mit den anderen Währungen verbunden. Die deutsche Währungspolitik sollte das System in der Gestaltung der eigenen Währungspolitik genau beachten. Schon 1925 warnte Schacht vor der Chance, dass diese Arrangemente eine Schulden-, Währungs- und Wirtschaftskrise verursachen könnten. Das hing von der Frage ab, ob die deutsche Wirtschaft imstande war zu wachsen und ob sie imstande war, eine strukturelle Zahlungsbilanz zu erreichen, um einen stabilen Kurs der Reichsmark im Zahlungsverkehr zu bekommen. 1927 analysierte Schacht, dass ein solches politisches Ziel unmöglich zu erreichen war, wenn die deutschen Zahlungsverhältnisse mit anderen Ländern nicht im Einklang waren mit der währungspolitischen Regelung. Er bemerkte, dass die deutsche Wirtschaft nicht in einer solchen nationalen und internationalen Position kommen könnte, um das zu erreichen. Dann wäre die Währungsordnung nicht zu bestätigen. Nicht die Währungsordnung war führend, um stabile Zahlungsverhältnisse zu organisieren, es waren die Verhältnisse in den unterschiedlichen Märkten. Er wollte neue internationale Wirtschafts- und Währungsarrangements, um die Zahlungsprobleme so zu lösen, dass eine stabile Währungsordnung für Deutschland möglich wäre. Von 1927 bis 1930 wurde darüber zwischen der  Reichsregierung und den Allierten gesprochen. Das wurde gleichzeitig von einer deutsch-allierten Sachverständigerkommission vorbereitet. Schacht war Mitglied und Leiter der deutschen Delegation. Die von Schacht verlangten neuen Regelungen wurden nicht erreicht, im Gegenteil. Die Währungsordnung stand nicht im Einklang mit den Zahlungsverhältnissen. Die Reparationen wurden aufs Neue festgesetzt. Das war kein Beitrag für die Lösung der Probleme Deutschlands, im Gegenteil. Wichtig war der Vorslag Schachts, eine Bank zu stiften, um internationale Währungsüberschüsse für Investionen in Entwicklungsländer zu benutzen, um die Rohstoffproduktion und Verarbeitung zu fördern. Deutschland sollte daran teilnehmen. Der weltweite Export der Investitionsgüter und Einfuhr der dafür benötigten Rohstoffe und Halbfabrikate wuchs. Das war wichtig für eine positive Entwicklung der Weltwirtschaft, auf jeden Fall für Länder mit Zahlungsproblemen wie Deutschland. In Schachts Analyse waren diese Maßnahmen notwendig, um die schon drohende Wirtschaftskrise zu vermeiden und für Deutschland die Möglichkeit zu schaffen, eine ausgeglichene Zahlungsbilanz zu bekommen. Nur so wäre eine stabile Währungsordnung möglich. In die Bank wurden auch die Kriegsschulden der europäischen Allierten und die deutschen Reparationsschulden gebracht. Der Erfolg der Investitionsaktivitäten sorgte für die Mittel in der Bank, um das Kriegsschulden- und Reparationsproblem zu lösen. Französische Obstruktion, Nationalinteressen der übrigen Allierten und unglückliches Handeln der Reichsregierung haben verursacht, dass sein Vorslag nicht verwirklicht wurde. Seine Bank für internationalen Zahlingsausgleich in Basel kam, aber nicht wie Schacht sich das gedacht hatte. Schacht war enttäuscht. Es war ihm klar, dass eine Krise nicht mehr zu vermeiden war. Er wurde als Präsident der Reichsbank entlassen. Im Jahre 1931 war die Krise Wirklichkeit geworden. Deutschland hatte eine Währungs-, Schulden-, Banken- und allgemeine Wirtschaftskrise. Die Reichsregierung beantwortete die Krisen völlig falsch, meinte Schacht. Sie führte das Land in eine Deflationskrise, die alles noch schlimmer machte. Er mahnte die Reichsregierung radikal, mit der Währungsordnung aufzuhören und die Banken nicht mit Steuermitteln zu retten, sondern mit kurzfristigen Krediten der Reichsbank zu sanieren. Die Wärungs- und Wirtschaftspolitik sollte mit Hilfe der Reichsbank expansionistisch sein. Zahlungsausgleich mit dem Ausland sollte mit einer vernünftigen Devisenwirtschaft erreicht werden. Die Reichsregierung urteilte anders und Deutschland geriet tiefer und tiefer in das wirtschaftliche und soziale Elend. 1933 kam dann Hitler an die Macht und Schacht wurde wieder Präsident der Reichsbank. Er versuchte die Probleme durch internationale Zusammenarbeit zu lösen und sah Möglichkeiten, die noch international anwesenden finanzielen Überschüsse dazu einzusetzen. Die Bereitschaft, um diese Zusammenarbeit zu unternehmen, war abwesend. Schacht sah sich gezwungen, wie auch die anderen wichtigen Handelsnationen, einen nationalistischen Kurs zu fahren. Er urteilte öffentlich, dass damit die Probleme nicht fundamental zu lösen wären und die internationale Wirtschaftskrise bestätigt wurde. Deutschland bekam 1933 eine nationale expansionistische Währungspolitik und eine nationalistische Devisenwirtschaft und beendete die bestehende Wirtschaftsordnung. Von 1933 bis ungefähr 1937 war das erfolgreich. Dann wurden die wirtsschaflichen Grenzen erreicht. Die Arbeit und die Produktionsmittel waren vollbeschäftigt. Dazu kam ein Devisenproblem. Schacht mahnte Hitler, die Zunahme seiner militären Spenden zu beenden. Die expansionistische Währungspolitik sollte überhaupt beendet werden. Hitler wünschte sich nicht, sich Schachts Auffassungen anzupassen. Schacht verabschiedete sich im Jahre 1939 als Präsident der Reichsbank und dann kam der Krieg. Nach dem Krieg sollte sich Schacht vor dem Nürenbergtribunal und vor den Denazifikationstribunalen verantworten. 1950 wurde er freigesprochen und wurde wieder zum Bankier einer Handelsbank in Düsseldorf. Bis zu seinem Tod 1970 publizierte er seinen Kommentar auf die Politik der Bundesregierung und der Bundesbank. Er analysierte schon früh, dass die neue Währungsordnung, gestaltet in dem internationalen Währungsfund, nicht als Zahlungsstabilisierungsinstrument mit einem Wechselkurssystem mit festen Gold- und Dollarpreisen der Währungen funktionieren könnte. Das Problem war jetzt die privilegierte Position der Vereinigten Staten und des Dollars. Die Vereinigten Staten hatten ein immer wachsendes Zahlungsdefizit. Sanierten das nicht durch währungs- und konjunkturpolitische Maßnahmen und zahlten die Rechnungen mit Dollar, der systemmäßig akzeptiert wurde, ohne dass es einen freien Dollargoldpreis auf den Märkten gab, die das rechtfertigten. Die Bundesbank bekam einen Dollarüberschuss, führend zur Inflation nach der verpflichten Umwechselung in DM. Das war weder konjunkturell, noch währungspolitisch zu verantworten. Auch hier befürwortete Schacht eine radikale Änderung der Währungsordnung. Es sollte ein System werden, wo die Marktkräfte führend sind, doch mit der Möglichkeit der Notenbanken zu intervenieren, um stabile Wechselkursverhältnisse zu fordern. Um zu intervenieren, braucht man Indikatoren. Das sollte ein flexibeles Wechselkurssystem mit Goldpreisen der Währungen sein, die kontroliert mit den strukturellen Änderungen in den Zahlungsverhältnissen bewegen. Ein Vergleich wurde mit den Analysen bekannter Wissenschaftler sowohl während des Interbellums als auch nach 1945 gemacht. Es wurde klar, dass Schacht eher mehr tiefgehender als viele bekannte Wissenschaftler zu einer währungspolitischen Analyse über den Zusammenhang zwischen den unterschiedlichen Zahlungssorten wie die Handels-, Geld- und Kapitaltransaktionen kam. So kam er zum Urteil über die Möglichkeit, eine dauerhaft stbilisierende Währungsordnung zu stiften.