Angaben aus der Verlagsmeldung

Stroh - ein seltener Werkstoff der Alltagskultur / von Roswitha Zwerger


Stroh wird in der Regel als wertloses Abfallprodukt wahrgenommen. Bei genauerem Hinsehen präsentiert sich jedoch eine Verwendungsvielfalt, die staunen lässt. So wird die Aufmerksamkeit sowohl auf vielerlei alltägliche Gebrauchsgegenstände aus Stroh gelenkt, als auch auf exquisite Ausziermöglichkeiten und Accessoires. Der Leser kann entdecken, dass die Verwendung des Materials bereits in prähistorischer Zeit üblich war, lange Zeit als Broterwerb für unzählige Menschen diente und erst durch die Entwicklung synthetischer Werkstoffe verdrängt wurde. Strohverarbeitung lässt sich zwischen dem Ende des 17.Jh. und dem Anfang des 20.Jh. sogar zu den bedeutenden Faktoren europäischer Industriegeschichte zählen. Strohhüte erlangten weltweite Verbreitung und Bedeutung. Einzelne Exemplare waren nur für gekrönte Häupter und wohlsituierte Gesellschaftsschichten erschwinglich. In Schrift, Kult und Brauch reichen die Bedeutungsformeln für Stroh vom verehrungswürdigen Symbol bis zum anprangernden Schandzeichen. Aktuell erfährt die Wertschätzung des Materials eine Renaissance, die von der Haute Couture bis zur Verpackungsindustrie reicht und wohl der Fokussierung auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung geschuldet ist.