Angaben aus der Verlagsmeldung

Die SS nach 1945 : Entschuldungsnarrative, populäre Mythen, europäische Erinnerungsdiskurse


1945 wurde die SS von den Alliierten verboten und aufgelöst. Damit endete aber nicht die Geschichte dieser verbrecherischen Organisation, die allein in der Waffen-SS bei Kriegsende 600.000 Mann in ihren Reihen zählte. Vielmehr war bereits zu diesem Zeitpunkt die Auseinandersetzung über die Bedeutung, Verantwortung und Wirkung der SS und ihrer Mitglieder in vollem Gange – eine Auseinandersetzung, die bis heute andauert. Kollektivschuldvorwürfe standen gegen die Versuche von SS-Gliederungen, sich im Nachhinein von der Gesamtorganisation zu distanzieren. Personelle Kontinuitäten überschatteten die Neugründung staatlicher Behörden wie zum Beispiel die Polizei. In Illustrierten und Spielfilmen lebte das Narrativ vom teuflischen SS-Offizier auf und verwandelte die SS medial in eine exklusive Geheimorganisation, die mit dem Gros der Bevölkerung angeblich nichts zu tun hatte. Die Beiträge dieses Bandes analysieren die Strafverfolgung der SS nach 1945, die personellen Seilschaften und politischen Kontinuitäten sowie die Versuche, die SS zu mythifizieren, aber ebenso die vielfältige Dimension einer nach wie vor virulenten Erinnerungskultur an die SS in Europa.