Angaben aus der Verlagsmeldung

Musik sehen / von Stefanie Alisch, Peter Kirn, Mari Matsutoya, Adam Parkinson, Terre Thaemlitz


Die Aufführung von Musik, die am Rechner produziert wird, hat mit den Codes des Konzerts gebrochen: Das Publikum kann Musik nicht mehr bei ihrer Entstehung zusehen, der Kausalzusammenhang von Geste und Klang ist gekappt. Mit der Laptop-Performance hat sich ein Format entwickelt, bei dem das Publikum auf Menschen starrt, die auf Bildschirme starren. Der Band Musik sehen fragt: Welche Rolle spielt die Sichtbarkeit für das Erleben von Musik? Wie wichtig ist der Live-Charakter für die Zukunft der Musikaufführung? Bildschirmansichten auf „Algoraves” oder Virtual-Reality-Stars wie Hatsune Miku führen visuelle Reize auf unterschiedlichen Ebenen wieder ein, im Kuduro liegt der musikalische Fokus auf der Tanzexpertise – andere Musiker*innen wiederum haben das bühnenzentrierte Spektakel längst hinter sich gelassen.

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The performance of computer-generated music breaks with the codes that have been established for concerts: the audience can no longer watch as music is created, and the causal relationship between action and sound has been cut. The laptop performance has evolved into a format in which the audience stares at people staring at screens. Looking at Music examines the role that visibility plays in the experience of music. How important is the live quality to the future of musical performance? Screenshots of ”algoraves“ or virtual reality stars like Hatsune Miku reinsert visual stimuli on a variety of levels, in kuduro the musical focus is on the dance expertise—meanwhile, other musicians have long since abandoned the idea of the stage-centred spectacle.