Angaben aus der Verlagsmeldung

Freiheit und Populismus : Verwundete Identitäten in Ostmitteleuropa / von András Máté-Tóth


Ost-Mittel-Europa (weiter OME) rückte nach dem Fall des Kommunismus in den Vordergrund der wirtschaftlichen und politischen Interessen. Die früheren Ostblock-Staaten versuchten ihre Unabhängigkeit endlich zu verifizieren, viele neuen Staaten entstanden, Europa wurde bunter, da-mit auch komplizierter. Mehr als 25 Jahre nach diesem historischen Ereignis scheinen die früheren Unterscheidungen und Grenzziehungen verwischt zu sein. Es ist bald nicht mehr richtig möglich, über den früheren Ostblock als eine mehr oder weniger homogene Einheit zu sprechen, geprägt vor allem durch Planwirtschaft, kommunistische Ideologie und totale Kontrolle. Dennoch kann der heutige Beobachter wieder Ähnlichkeiten unter diesen Staaten der früheren Sowjetzone beobachten. Nicht nur in den Turbulenzen des politischen Tagesgeschäftes, sondern auch in der Logik der real existierenden Wirtschaft und Demokratie. Nach der Wende haben sich Intellektuelle aus Mitteleuropa über das Bonmot des polnischen Journalisten Adam Michnik, lustig gemacht: „Es ist einfach, aus einem Aquarium eine Fischsuppe zu machen. Aber es ist deutlich schwerer, aus einer Fischsuppe wieder ein Aquarium zu machen.” Doch kommen Eigen-schaften in dieser Region zum Vorschein, die für andere Regionen Europas fremd und bedenklich erscheinen. Es wäre zu weitgehend zu meinen, dass die ehemalige Teilung Europas nach dem Zweiten Weltkrieg schon wieder da sei, aber ein gegenseitiges Unverständnis zwischen West und Osteuropa prägt den europäischen Diskurs. Die Zweiteilung Europas ist seit 25 Jahren vorüber, aber das brachte bei weitem keine Homogenität des Kontinents mit sich, sondern vielmehr eine Vielfalt und eine beachtliche Menge von ungelösten historischen Fragen auf die Tagesordnung. Was sind die wichtigsten Charakteristiken dieser Region, wie sind sie zu verstehen und was sind die Konsequenzen davon? Diese Fragen bewegen heutzutage viele Verantwortliche in Europa. Dieses Buch versucht eine Antwort auf diese Frage, und zwar auf Grund der Autopoiese der Gesellschaften der Region und durch die Konzentration auf die Transformationen des Religiösen.