Angaben aus der Verlagsmeldung

Graffiti im Reichstagsgebäude / von Karin Felix


„Bald kann ich nach Hause.“ – Diese Worte hinterließ ein sowjetischer Soldat im Frühjahr 1945 auf einer Wand des Reichstags, den die Rote Armee während der Schlacht um Berlin eingenommen hatte. Hunderte Schriftzüge mit Kohle und Bleistift befinden sich dort noch heute. Zum Vorschein kamen sie erst Jahrzehnte später wieder – bei der Renovierung des Gebäudes Anfang der 90er Jahre.
Karin Felix, Expertin für diese Inschriften und langjährige Besucherführerin im Reichstagsgebäude, versammelt in dieser Dokumentation erstmals alle noch vorhandenen Graffiti und lässt Menschen mit besonderem Bezug zu den Schriften zu Wort kommen. Ihr Anliegen ist, das Positive persönlicher Begegnungen zu betonen und den Erinnerungen der ehemaligen Soldaten einen Platz im Geschichtsbewusstsein zu verschaffen.
Die Beiträge der Zeitzeugen sind ungekürzt und unverändert ins Deutsche übersetzt, um nicht in ihren „Dokumentcharakter“ einzugreifen, und berichten aus ihrem spezifischen Blickwinkel, den es zu respektieren gilt, den man aber nicht immer teilen muss.