Am 8. Dezember 1921 sinnierte der Publizist Kurt Tucholsky in Die Weltbühne darüber, ob seine Novelle Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte, mit der er 1912 literarisches Terrain betrat, eine ebenso magische Wirkung auf Liebespaare nachfolgender Generationen ausüben würde wie auf seine Zeitgenossen. Er war skeptisch – und sollte Unrecht behalten.
Der Schriftsteller Marc Kayser spinnt Tucholskys Gedanken weiter und entsendet Linn und Gilbert, ein gut situiertes Paar mittleren Alters aus Berlin, in das Rheinsberg von heute. Das berühmte Städtchen in der Mark Brandenburg ist nicht mehr der Ort von einst. Und doch blitzt er in Ein Wochenende mit Tucholsky an vielen Ecken auf. Das einzigartige Schloss des Kronprinzen Friedrich und seines Bruders Heinrich; der See mit seinen ungezähmten Ufern; die märchenhaft urwüchsigen Wälder; die herzhaft-schnoddrigen Menschen; die königlichen Geschichten von Liebe, Unterdrückung und Selbstbefreiung: All dies schenkt Linn und Gilbert jene Momente, aus denen Tucholskys Rheinsberg gewebt ist. Und so entzündet sich ein Feuer, das der Sehnsucht nach Zweisamkeit jene Wucht verleiht, nach der sich jeder Mensch sehnt.