Der Thälmann-Komplex schildert die Geschichte eines politischen Strafverfahrens im Spiegel deutsch-deutscher Verhältnisse. Dabei handelt es sich um die von Hitler angeordnete Ermordung des deutschen Kommunistenführers Ernst Thälmann im August 1944. Obwohl die Mörder von einem Augenzeugen identifiziert worden waren und die Justiz 1945 den Aufenthaltsort der meisten von ihnen kannte, dauerte es 40 Jahre, bis der einzige überlebende Mordverdächtige vor Gericht gestellt wurde. Das Buch zeigt, warum der Prozess so lange auf sich warten ließ und welche Hindernisse überwunden werden mussten, damit er überhaupt stattfinden konnte. Gleichzeitig schildert es die politische Dimension des Verfahrens im Rahmen der deutsch-deutschen Spannungsverhältnisse während der Jahre des Kalten Krieges. Und schließlich wird die Wahrheitsfindung in diesem besonderen deutschen Strafverfahren genau analysiert und gezeigt, wie sein Ausgang letztlich vor allem auch von politischen Erwägungen bestimmt wurde.