Rainer Kirsch wollte »bleibende Bilder von der Welt« schaffen, »intensive Momentaufnahmen«. Diesen Anspruch löste er in souveräner Formenvielfalt und höchster Sprachvirtuosität ein und wurde zu einem der wichtigsten Lyriker. Weltbezug war sein poetisches Wertmaß, Genauigkeit in der Behandlung des Gegenstands seine Maxime, heitere Vernunft die Grundierung seines Dichtens. »Er konnte komplizierteste Dinge in leichtester, ja anmutiger Gestalt vor unseren Geist treten lassen«, schrieb Dichterkollege Karl Mickel über ihn. Hundert Gedichte - mit dieser adelnden Zahl hat Kerstin Hensel eine Auswahl aus Rainer Kirschs lyrischem Werk getroffen.