Die Situation von queeren Menschen in Deutschland ist bereits in verschiedenen Studien erforscht worden. Diese belegen, dass Menschen mit nicht-heterosexuellen Orientierungen und/oder nicht cisgeschlechtlichen Zugehörigkeiten unterschiedliche Erfahrungen machen, die von Anerkennung bis hin zu Ausgrenzungen, Benachteiligungen und unterschiedlichen Gewaltformen reichen. Dieses Buch greift diese Ausgangslage auf und spezifiziert eine Perspektive auf junge queere Menschen, die nicht nur aufgrund ihres Queerseins, sondern auch aufgrund verzögerter Bildungszugänge und -abschlüsse sowie prekären Beschäftigungsaussichten eine marginalisierte Position innerhalb einer normativ geprägten Gesellschaft einnehmen.Zentral hierbei ist eine subjektorientierte Perspektive auf die Lebenssituation von jungen queeren Menschen im Schulberufssystem und Übergangssystem. Hierbei werden Diskriminierungsverhältnisse hinsichtlich geschlechtlicher und sexueller Vielfalt sowie klassenbezogener Benachteiligung analysiert und diskutiert. In diesem Zusammenhang werden zentrale Diskurse zu Queerness und sozialer (Un)Gerechtigkeit sowie damit verbundene Anerkennungsordnungen in den Blick genommen.