Angaben aus der Verlagsmeldung

Nach dem Ende der Welt : Kritik der apokalyptischen Vernunft / von Michaël Fœssel


Unser Fortschrittsglauben scheint entschwunden zu sein. Hand in Hand mit Atomkraft, Terror, Finanzkrisen, Klimawandel und politischen Krisen scheinen eher apokalyptische Ängste wieder aufzukommen. Woher kommt aber die beklemmende Vision, »nach dem Ende der Welt« leben zu müssen?


In seiner umfassenden Genealogie der modernen Weltuntergangsvorstellungen legt Michaël Fœssel deren zutiefst rationale Wurzeln frei. Er verortet sie im Anfang selbst des modernen, »akosmischen« und menschenzentrierten Denkens. Der Verlust der kosmischen Ordnung hinterlässt den Menschen unbehaust. Die Sorge um die Gestaltung und Bewahrung des individuellen Lebens und die grundsätzliche Öffnung zur Zukunft bewirken zwar eine Befreiung, sind aber zugleich ein »Weltverlust«, der sich in der Schwierigkeit zeigt, instabilere Phasen zu bewältigen, ohne apokalyptische Szenarien heraufzubeschwören.
Fœssel lädt uns ein, den Blick von der Zukunft abzuwenden, um uns die Gegenwart wiederanzueignen. Viel eher als den Weltuntergang abzuwehren, gehe es nämlich darum, die gegenwärtige Welt bewusst zu wählen und deren – auch politische und nicht nur persönliche – Möglichkeitsräume zu entdecken. Dem Katastrophendenken unserer Tage setzt Fœssel einen »existenziellen Kosmopolitismus« entgegen, der ebenfalls in der Moderne angelegt ist und der die Welt als Horizont möglichen Handelns betrachtet.