Angaben aus der Verlagsmeldung

Die Zukunft der Sozialwissenschaft : Worauf der deutsche Sprachraum sich einstellen sollte / von Roland Benedikter


Der Wissenschaftsbereich in Zentraleuropa befindet sich im Umbruch - in vielen Sektoren und auf zahlreichen Ebenen zugleich. Auch im deutschen Sprachraum wird kontextbezogene Sozialwissenschaft durch den steigenden Druck von Globalisierungsthemen herausgefordert. Wohin kann sich Sozialwissenschaft im Zeichen des „Glocalen“, das die aktuelle Lebenswelt kennzeichnet, entwickeln?

Fünf Dimensionen sind zur Beantwortung dieser Frage wichtig:
1. Der Strukturwandel der Wissenschaft,
2. die Veränderung akademischer Arbeitsformen,
3. die zunehmende Bedeutung globaler Themen für angewandte regionale und lokale Forschung,
4. die Datenrevolution (The New Big Science) und
5. die verstärkte Hinwendung von Wissenschaft zur Gesellschaft.

Insgesamt sollte der inter- und transdisziplinäre Think-tank-Charakter sozialwissenschaftlicher Arbeit gestärkt und die Anbindung an transnationale Themen auch bei lokal und regional verankerten Einrichtungen mit Augenmaß und Realismus auf globale Themen hin ausgebaut werden, ohne den Gedanken praktischen Nutzens für ein konkretes Umfeld und angewandte Problemstellungen zu schmälern.

Die Vision: Der deutsche Sprachraum braucht, wie der europäische Raum insgesamt, in seinen regional sehr unterschiedlichen Realitäten sozialwissenschaftlicher Forschung und Wissensproduktion angewandte, flexible Forschungseinrichtungen mit starker Kontextbindung bei trans- und international vernetzten Arbeitsformen sowie eine realistische, zirkuläre Anbindung von regionaler Expertise an globale Entwicklungen. Und: Sozialwissenschaft muss sich auf ihre historische Identität als letztlich soziale Wissenschaft besinnen – ohne dabei erneut in Ideologien oder Lager zurückzufallen.