Obwohl bislang alle entsprechenden Bestrebungen gescheitert sind, werden weiterhin Forderungen nach einer gesetzlichen Verankerung der alternierenden Obhut als Regelfall nach einer Scheidung oder Trennung in Gesellschaft und Politik laut. Die vorliegende Arbeit knüpft an diese Debatte an und widmet sich der Frage, ob das Kindeswohl durch die Betreuungsform der alternierenden Obhut regelmässig am besten gewahrt wird oder ob dabei doch vielmehr die Bedürfnisse der Eltern in den Vordergrund rücken. Es wird untersucht, inwiefern gesetzgeberischer Handlungsbedarf besteht und welche Lösungsalternativen zu einem Regelfall in Betracht kommen. Die Arbeit bietet einen interdisziplinären Überblick über die Thematik im Lichte aktueller Rechtsprechung, laufender Reformbemühungen und der juristischen sowie psychologischen Lehre.