Über die sozialen Folgen der tiefgreifenden Umbrüche in der Arbeitswelt seit den 1970er Jahren.

Arbeit bestimmt unser Leben. Arbeitsverhältnisse entscheiden über gesellschaftliche Zugehörigkeiten und den materiellen Status. Sie modellieren Geschlechterbeziehungen, formen Lebensläufe und hinterlassen Spuren in den sozialen Beziehungen. Die Deindustrialisierung, die Ausweitung des Dienstleistungssektors und die Digitalisierung veränderten seit den 1970er Jahren die Arbeitswelt tiefgreifend. Im vorliegenden Band wird nach den Auswirkungen dieser Transformationen im geteilten und vereinigten Deutschland gefragt und gezeigt, wie sie die Soziallagen, aber auch das Bewusstsein von Erwerbstätigen verändert haben. Die Autorinnen und Autoren widmen sich u. a. internationalen Produktionsverlagerungen, der Umwandlung von Industrierevieren in Dienstleistungsquartiere, spezifisch weiblichen Berufsfeldern wie dem Einzelhandel, migrantisch geprägten Tätigkeiten im Entsorgungs- und Reinigungsgewerbe und analysieren Privatisierungsfolgen sowie die Wissensgeschichte der Prekarität. Im Fokus stehen dabei Arbeitserfahrungen, durch veränderte Arbeitspraktiken hervorgebrachte soziale Polarisierungen sowie der gewerkschaftliche Umgang mit Rationalisierung und Arbeitslosigkeit.