Im März 1998 treffen sie sich zufällig wieder: die arbeitslose Slawistikdozentin Renate Distler, genannt Karenina, und ihre frühere Lieblingsstudentin Ines Ryckoff, Journalistin bei einem neuen Wochenblatt. Ines erzählt von ihrer Beschäftigung mit einem rätselhaften Kriminalfall. Karenina interessiert sich sogleich für die Täterin, eine junge Kaufhausangestellte namens Roswita Sander. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Verschwinden von Roswitas Geliebtem Jan Pollok und ihrem Anschlag auf den Industriellen Karl Innozenz Weiss, der Pollok als Ghostwriter für seine Autobiographie beschäftigt hatte?
Zum Zeitvertreib fügt Karenina aus Ines' Recherchen und anderen Quellen für sich eine Geschichte zusammen, gewissermaßen als Wette auf das tatsächliche Geschehen, von dem Ines in einer groß angelegten Reportage berichten will. Doch das Leben durchkreuzt das journalistische Projekt, die Freundschaft der beiden Frauen findet ein unerwartetes Ende, und näher an die Wahrheit als in Kareninas Erzählung kommt der Leser nicht.
In ihrem raffiniert verschachtelten Roman inszeniert Brigitte Burmeister ein ebenso spannendes wie illusionskritisches Spiel mit der Deutungsmacht literarischen Erzählens .