Die zwölf Texte der »Kreuzzüge« (1762) umkreisen philosophisch, kritisch, satirisch, polemisch und schöngeistig die Themen Sprachpolitik, Zensur, Literatur, Philologie, Naturphilosophie und Psychologie. Im Zentrum steht die Ästhetik als zeitgenössische Metatheorie der Erkenntnis, für die Hamann sich u. a. in der »Aesthaetica in Nuce« um ein Korrektiv bemüht.
Als Philologe erkundet Hamann Sprache materialiter, in antiker und moderner, heiliger und profaner Literatur und Philosophie. Er sammelt Anstößiges in den Tiefen von Religion und Kultur, um es gegen die Metaphysik des Schönen auszuspielen. Mit diversen Stil- und Gattungsimitationen bietet er Widerspenstiges dar, das gezielt negative Kritik provozierte. In den »Beurtheilungen der Kreuzzüge« (1763) kommentiert er dann die tatsächlich erschienenen Verrisse, stichelt gegen deren Maßstäbe, ihre Panik vor dem Uneindeutigen.
Der erste Band der zweibändigen Ausgabe bietet eine historisch-kritische Neuedition der beiden Schriften Hamanns, mit den später von ihm ergänzten handschriftlichen Notizen, außerdem einiger Referenztexte von Hamanns Polemiken. Der zweite Band enthält eine ausführliche Einführung der Herausgeber sowie einen umfangreichen Stellenkommentar.