Theologie ist eine Funktion der Kirche. Auch Dogmatik partizipiert an diesem Unternehmen. So hat es Karl Barth, der Verfasser der „Kirchlichen Dogmatik“, der Theologie ins Stammbuch geschrieben. Theologie und mit ihr die Dogmatik braucht ihren „Platz“. Wo sie ihn verlieren, werden sie zu einem abstrakten, freischwebenden Unterfangen. Ihnen geht nicht nur die Sensibilität für die besonderen räumlichen, zeitlichen und sozialen Kontexte ihres Wirkens, sondern auch die Wahrnehmungsfähigkeit für die Bedingungen ihres Gewordenseins verloren. Denn Kirche ist keine naturale Gegebenheit, sondern „Geschöpf des Wortes Gottes“ (creatura verbi). Sie verdankt sich nicht sich selbst. In den Beiträgen zu dieser Georg Plasger gewidmeten Festschrift wird mit der kirchlichen Verortung zugleich auf die Orientierungskraft des Wortes Gottes hin reflektiert.