Rudolf Otto bestimmt Religion als die Wahrnehmung eines irrationalen „Ganz Anderen", das sich in spezifisch religiösen Gefühlen manifestiert. Christian Kamleiter rekonstruiert, wie Ottos wirkungsgeschichtlich bedeutsame Religionstheorie auf umfangreichen Überlegungen zu den Möglichkeiten und Grenzen der Mitteilung religiöser Gefühle basiert und entfaltet, wie Otto Religion als kommunikatives Geschehen denkt, das sich in Vorgängen intersubjektiver Mitteilung, sowie der Prägung und Aneignung religiöser Kultur ereignet. Er arbeitet die durchdachte Konzeption der Medialität des Religiösen heraus, die sich hinter Ottos Beschreibungen religiöser Kulturphänomene verbirgt und zeigt unter anderem an Ottos bisher unveröffentlichter Vorlesung zur Glaubenslehre auf, dass dessen Theorie religiöser Kommunikation eine produktive Fortschreibung von bei Schleiermacher präfigurierten Denkfiguren darstellt.