„Das Verschwundene Bad – Als Wasser als tödliches Gift galt“ beleuchtet eine der seltsamsten Perioden der europäischen Kulturgeschichte. Im Mittelalter war das Baden in öffentlichen Badehäusern noch eine beliebte soziale Aktivität. Doch mit dem Ausbruch der Syphilis und der Pest im 15. und 16. Jahrhundert änderte sich die medizinische Lehrmeinung radikal. Ärzte warnten, dass warmes Wasser die Poren öffne und so den „Pesthauch“ direkt in den Körper lasse.
Kulturhistoriker Klaus Badner beschreibt, wie Europa für fast 300 Jahre das Wasser mied. Anstatt sich zu waschen, wechselte der Adel lediglich das weiße Leinenhemd („Trockenwäsche“) und puderte den Schmutz über. Wasserberührung galt als lebensgefährlich. Das Buch zeigt, wie diese Angst vor Wasser Architektur, Kleidung und die Entwicklung schwerer Parfüms beeinflusste, die den allgegenwärtigen Körpergeruch übertünchen mussten.
„Das Verschwundene Bad“ ist eine Geschichte über medizinische Irrtümer und ihre gesellschaftlichen Folgen. Es erklärt, warum Schlösser wie Versailles keine Badezimmer hatten und wie die Rückkehr des Wassers im 19. Jahrhundert als medizinische Revolution gefeiert wurde.