Das Gold, der Reichtum Dortmunds, das waren einmal Kohle, Stahl und Bier. Was ist das neue Gold? Die vorliegende Publikation zur Ausstellung Dortmunder Neu Gold entfaltet Geschichten und Bilder, die sich mit Bierkultur, Gärung und Alchemie auseinandersetzen. Wer sich für die Historie des Bieres interessiert, ist herzlich eingeladen, die Ausstellungen und Publikationen des Brauerei-Museums Dortmund zu besuchen, für dessen Kooperation wir gleich zu Anfang danken möchten.

Dortmunder Neu Gold reflektiert Bier und Brauen als Kräfte der Verwandlung und der Transformation, denn schöpferische Prozesse und Vorgänge in einem Braukessel ähneln sich. Unbedingt notwendig für beides sind Zeit und Geduld - der einmal gestartete Gärungsprozess gehorcht seiner eigenen Logik und braucht so lange, wie er eben braucht. Nichts passiert ohne die Hilfe eines Ferments und nichts passiert ohne den zündenden Funken der Inspiration. Anker und Ausgangspunkt der Reise von der Braukunst zur Kunst ist das ehemalige Gär- und Kellerhochhaus der Union-Brauerei, der Ort der Ausstellung Dortmunder Neu Gold.

Im "U" wurde die Bierwürze gekühlt und vergoren. Durch Fermentation wurde hier aus einer trüben Suppe Bier. Mit seinem vergoldeten U bildet das Hochhaus weiterhin das Wahrzeichen der Stadt, deren Wandel sich in ihm spiegelt. Der U-Turm wurde im Jahr 2010 anlässlich der "ruhr.2010-kulturhauptstadt europas" als Zentrum für Kunst und Kreativität wiedereröffnet. Bis heute hat das U nichts von seinem Potenzial verloren, die Dinge und Menschen, die sich darin befinden, zu verwandeln. Die Ausstellung Dortmunder Neu Gold greift dieses Motiv der Verwandlung auf.

Aktueller Anlass für die Ausstellung ist das 500-jährige Jubiläum des Reinheitsgebots von 1516. Das Ereignis veranlasst viele Museen zu Ausstellungen zum Thema Bier. Neu Gold ist jedoch die einzige Schau in Deutschland, die den Schwerpunkt nicht auf kulturhistorische Objekte, sondern auf Kunst legt.