Krauses vergessene Vision einer kosmopolitischen Menschheit erfährt ihre längst überfällige Würdigung.
Benedikt Paul Göcke rekonstruiert die Philosophie Karl Christian Friedrich Krauses (1781-1832), der in der Freimaurerei den historischen Keim einer globalen, humanistischen Gesellschaftsordnung erkannte. Mit analytischer Präzision wird Krauses Deutung der freimaurerischen Symbolwelt als Ausdruck universeller ethischer Prinzipien entschlüsselt. Von Winkelmaß und Zirkel bis zu den "drei großen Lichtern" - hier offenbart sich ein tiefgründiges System zur Verwirklichung von Humanität. Der mutige Reformator Krause, der für seine Ideen aus der Bruderschaft ausgeschlossen wurde, entwirft eine Vision des "Menschheitbundes" als partizipative Zivilgesellschaft, die auf Gleichwertigkeit aller Menschen basiert.
Für Interessierte an Ideengeschichte, Freimaurerei und den philosophischen Wurzeln des Kosmopolitismus - ein Schlüsselwerk zum Verständnis einer vergessenen Traditionslinie des deutschen Idealismus, deren Relevanz für heutige globale Herausforderungen verblüffend ist.