Ute Daniels Ansatz, Weimar nicht nur aus Weimar zu erklären, vielmehr im beständigen Reflex des europäischen Horizonts, wirft überraschend neues Licht auf das Ende der Republik und den Erfolg der Nationalsozialisten. Die zahlreichen, teils dramatischen Nahaufnahmen – gewonnen aus offiziellen Berichten, Briefen, Tagebüchern und Erinnerungen – lassen die Protagonisten vor ihrem durchweg weltanschaulich-ideologischen Hintergrund plastisch hervortreten und illustrieren, wie die inkalkulable Kontingenz der Ereignisse umschlägt ins Verhängnis.