Entgegen der gängigen Forschungsmeinung hat es in Lima mindestens seit Beginn des 20. Jahrhunderts eine Frauenbewegung gegeben, die sich neben vereinzelten sichtbaren Protestmomenten im öffentlichen Raum vor allem durch die Infragestellung der herrschenden (Geschlechter-)Ordnung und ein verändertes politisches Selbstverständnis der Frauen auszeichnete. Frauen organisierten sich gemeinsam um ihre Interessen, brachten Themen und Meinungen in gesellschaftliche Debatten ein und zeigten in Protestmomenten erhebliches Mobilisierungspotential und Kampfbereitschaft. Dabei waren die Verbindungen zur anarchistisch geprägten Arbeiter:innenbewegung ebenso zentral wie die Unterstützung einzelner, gesellschaftlich einflussreicher Frauen. Gestützt auf eine breite Quellenbasis und bewegungstheoretische Ansätze beleuchtet Katja Reuter Handlungsräume und Themenfelder der Frauenbewegung, Momente der Solidarität und Spaltung, sowie antifeministische Reaktionen auf die Bewegung und ihre Akteurinnen.