Die Begriffe »Identität« und »Differenz« gewinnen heute über die Philosophie hinaus in sozialen und politischen Kontexten sowie in kulturwissenschaftlichen Debatten zunehmend an Bedeutung. Doch trotz – oder vielleicht gerade wegen – ihrer breiten Verwendung bleiben sie oft unbestimmt. Es ist nicht immer klar, was identisch oder unterschiedlich ist oder worauf sich Identität und Differenz überhaupt beziehen.
In diesem Sinne thematisieren die Beiträge des vorliegenden Schwerpunktes die Wechselwirkung zwischen Individuum und Gesellschaft, etwa bei der Gestaltung persönlicher Identität. Sie argumentieren gegen reduktionistische Identitätszuschreibungen und plädieren für eine Ethik der Beziehungen, die etwa interkulturell für ein situationsgebundenes und rücksichtsvolles Unterscheiden eintritt.