Brigitte Burmeisters Wendetexte versammeln Essays, Erzählungen und Reflexionen aus den Jahren 1989/90 – einer Zeit tiefgreifender politischer und gesellschaftlicher Umbrüche. In persönlicher wie analytischer Perspektive beleuchtet Burmeister das Ende der DDR, die Wendezeit und die frühen Jahre nach der Wiedervereinigung. Sie schreibt über Identität, Heimat, Sprachkritik, über Fremdheit und Zugehörigkeit, Hoffnung und Zweifel. Mit literarischer Präzision, scharfem Blick und leiser Ironie untersucht sie, was Revolution bedeutet, was Einheit kostet – und was Erinnerung leisten kann. Ob in politischen Essays wie „Deutschland: kein Wort, das mein Herz schneller schlagen lässt“, in Alltagsminiaturen wie „Hausbuch“ oder in der Erzählung „Die Afrikanerin“: Immer zeigt sich Burmeisters Fähigkeit, gesellschaftlichen Wandel im Persönlichen sichtbar zu machen. Die Wendetexte sind ein vielstimmiges, kluges und bewegendes Zeugnis deutscher Zeitgeschichte – geschrieben aus der Mitte des Geschehens, mit kritischer Empathie und literarischer Kraft.

Gerade junge Leserinnen und Leser finden in den Wendetexten eine eindringliche, persönliche Perspektive auf ein Stück Geschichte, das unsere Gegenwart bis heute prägt. Burmeister erzählt nicht abstrakt, sondern zeigt, wie politische Umbrüche in den Alltag eingreifen, Denken verändern und Menschen herausfordern. Wer verstehen will, woher heutige Debatten über Identität, Demokratie und Ost-West-Unterschiede kommen, findet hier kluge, nachdenkliche und hochaktuelle Impulse.