Im Zuge von Industrie 4.0 eröffnen sich neue Möglichkeiten, um die Produktivität und Effizienz in der Fertigung signifikant zu steigern. Um konkurrenzfähig zu bleiben, ist es für Walzwerksbetreiber unerlässlich, den gesamten Walzprozess präzise zu überwachen und zu regeln. Eine zentrale Herausforderung liegt in der Entwicklung geeigneter Sensorsysteme, um relevante Parameter unter den anspruchsvollen Bedingungen des Warmwalzens von Stabstahl und Draht präzise zu messen. Anhand mathematischer Modelle können aus diesen Messgrößen weitere Walzparameter berechnet werden. So kann aus der auslaufenden Querschnittsfläche und dem Walzspalt beispielsweise die Breitung des Walzguts bestimmt werden. Nach derzeitigem Stand ist jedoch keine Walzspaltmessung in den Gerüsten implementiert. Im Rahmen dieser Arbeit wurde daher das Verhalten des Walzspaltes untersucht sowie Walzspaltmessungen im laufenden Betrieb einer Drahtstraße erfolgreich durchgeführt. Damit wurde erstmals die vektorielle Walzenauslenkung an einem Walzgerüst erfasst. Ein weiterer Schwerpunkt dieser Arbeit war die Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Walzgerüst und Walzgut auf Grundlage der Querschnittsflächenvariationen des Walzgutes. Die Erfassung dieser Querschnittsvariationen erfolgte erstmalig an diversen Messorten in der Warmwalzstraße. Diese Erkenntnisse tragen zur prädiktiven Instandhaltung sowie zur Optimierung der Walzspaltregelung bei – insbesondere bei variierenden Walzguteigenschaften und -temperaturen.