Für Trump ist die westliche Hemisphäre Hinterland der Weltgeltung der USA. Nach dem Venezuela-Coup betonte er: „Wir werden uns in etwa zwei Monaten mit Grönland befassen.“ Sein stellvertretender Stabschef Stephen Miller erklärte am 5. Januar: „Grönland sollte Teil der USA sein“, und verkündete siegessicher: „Niemand wird gegen die USA um die Zukunft von Grönland kämpfen.“ Daran dürften auch EU-Treffen auf
Grönland nichts ändern. Doch die NATO wäre dann tot.

Die Artikel in diesem Heft sind vor dem Gewaltakt der USA gegenüber Venezuela geschrieben worden. Gleichwohl hat Raina Zimmering in ihrem Text das Kommende bereits prognostiziert. Karin Kulow analysiert kritisch Trumps „Friedensschluss“ zu Gaza. Schwerpunkt des Heftes ist der Zusammenhang von Weltwirtschaft und Geopolitik. Die Welt befindet sich in einer Phase tiefgreifender Neuorientierung. Dieser Prozess ist von Unsicherheit und Wandel geprägt und stellt gewohnte Selbstverständnisse, Mechanismen und Strukturen infrage. Behandelt wird Trumps Energiedominanz-Außenpolitik – die Europäische Union stöhnt unter ihrem Joch. Methodische Bedeutung hat die von Rainer Land analysierte Differenz zwischen Chinas gelenkter sozialistischer Marktwirtschaft und dem westlichen Finanzmarktkapitalismus. Weitere Themen des Heftes sind Österreichs Neutralität, Chinas Aufrüstung und die russische Außenpolitik.