OTIS

Die Tage nach Weihnachten, nach Silvester, in denen gefühlt mehr Menschen ins Krankenhaus eingeliefert werden, die sich versucht haben, das Leben zu nehmen, werden im Schweigen wahrgenommen, da sie in der Öffentlichkeit keinen Raum haben. Im Nichtausgesprochenen mit abgewendeten Blicken erzählt. Gehütet. Vergessen. Verleugnet.
Die Einsamkeit, die Traurigkeit ist nicht auf einen Ort, auf ein Land eingegrenzt. Es ist ein universales Thema unserer Zeit, jeder Zeit, im Hier und Jetzt, auf unserer Welt, der Menschheit.
Es ist menschlich.
Unabhängig von Wohlstand, von Berühmtheit, von Materiellem, von Macht.
Es ist etwas in uns, etwas Unergründliches, das für alle einen anderen Namen trägt, das jedoch eine dunkle Leere ist in uns, die mehr kennen, als es zugeben wollen?
Die vielleicht jeder in seinem Leben schon einmal gespürt hat, war es auch nur kurz? Ein Moment?
Ein Gedanke, dass es einfacher wäre, nicht mehr da zu sein?
Dieses Tabuthema, wie auch Alkohol und Drogen, eine Sucht der Suchenden, wird anhand dieser kleinen Geschichte angeschaut, eine Geschichte, die hinschaut, die es geben könnte. Eine Geschichte, in der die Orte, die Namen, die Themen, die Wünsche austauschbar sind in mannigfacher Variation - die es gibt. Die Traurigkeit und das Leben.
Das Überwinden mit der Akzeptanz, dass die Traurigkeit da sein darf, dieses Gefühls, das Annehmen, Überkommen, das Weitermachen, dass es immer weiter geht, das immer weiter Gehen. Das Leben.
Und das Wunder, das wir sind. Das jeder ist. Jeder. Das Spüren, das in seine Stärke gehen, den Schmerz verwandeln in etwas Schönes, was es auch ist. Das Leben ist jetzt, lebe.
Es entsteht immer etwas aus allem. Mach, dass es etwas Schönes ist, das entsteht, ist es auch etwas ganz anderes, als Du Dir gewünscht hast, das Leben leitet Dich.
Teile es.
Mach was Schönes daraus.
Für Dich.
Mit Mut.

„Das Schöne ist lebenswichtig. Fürs Gefühl.
Die Seele ernährt sich vom Schönen.”
B. H. M.-T. Reichl

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