Verhangener Berg
Zitternder See Gänsehaut
vom Nieselregen
Hier begann und endete
meiner Kindheit Übermut
Mit »Drüben tanzt ein Luftikus« legt Friedrich Ani 141 Tanka (5-7-5-7-7-Silben) vor. In dieser klassischen japanischen Kurzgedichtform erzählt der Münchner Autor von Herkunft und Familie, vom Älterwerden, von Kindheitserinnerungen, von Natur und Stadt, von Verlust, Liebe und politischer Gegenwart. Die Gedichte in ihrer Verknappung und scheinbaren Schlichtheit sind von biografischen Spuren durchzogen und doch thematisch breit gefächert. Berge, See, Schnee, Licht und Jahreszeiten stehen neben Münchner Alltagsbeobachtungen, Szenen aus Beziehungen und eigenen Erinnerungsräumen. So entsteht ein Band, der sich als literarisch anspruchsvolle Lyrik positioniert: nah an Lebenserfahrung und Gegenwart mit hohem Wiedererkennungswert.